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Wochenspiegel St. Wendel

Lesung in der Bibliothek

Das Cover des neuen Buches von Klaus Schwingel. Foto: privat


07.03.2006
ST. WENDEL (red./hr). Zu einerer Lesung am Donnerstag, 16. März, in der Stadt- und Kreisbibliothek im Mia-Münster-Haus in St. Wendel sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Klaus Schwingel liest aus seinem neuen Buch „Vaters Rad“ Kindegeschichten aus dem Nachkriges-Saarland. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. „Die Welt unserer Kindheit war kleinbürgerlich und eng. (...) Wir hatten kein Auto, keinen Fernseher, kein Telefon, kein Handy und kein Internet. Und den Traum von der großen weiten Welt versuchten uns unsere Väter auszureden, denn sie waren ihr gerade entronnen.“ Mit dieser Vorbemerkung leitet Klaus Schwingel sein Buch “Vaters Rad. Eine saarländische Kindheit 1945 - 1956“ ein, das im Oktober 2005 erschienen ist und vor dem Hintergrund der unmittelbaren Nachkriegszeit in dem fiktiven Ort Bliestal in der Nähe von St. Wendel spielt. Es schildert aus der Perspektive eines Jungen die anfängliche Fremdheit und allmähliche Annäherung zwischen dem aus dem Zweiten Weltkrieg heimgekehrten Vater und seinem fünfjährigen Sohn. Klaus Schwingel (geb. 1940), der heute in Pirmasens lebt, stammt aus Oberlinxweiler und hat dort auch einen Großteil seiner Kindheit und Jugend verbracht. Er begann erst spät mit dem Schreiben, doch hat er inzwischen bereits zahlreiche Kurzgeschichten, Satiren und Essays veröffentlicht. Am 16. März wird er nun zu einer Lesung in seine ursprüngliche Heimatregion zurückkehren und sein neues Buch allen Freunden der Literatur und der St. Wendeler Alltags- und Zeitgeschichte vorstellen. Der Autor war gerade fünf, als sein Vater aus dem Krieg zurückkam. „Der Krieg ist aus und plötzlich taucht ein fremder Mann auf, den der fünfjährige Sohn nur von Fotos kennt - es ist der Vater des Kindes.“ Diese Ausgangssituation, die eine ganze Generation von „Kriegskindern“ geprägt hat, bildet die Grundkonstellation für die 42 einzelnen Episoden des Buches, das der Autor allerdings nicht als Autobiographie verstanden wissen will: Zwar habe er sich auf persönliche Erlebnisse aus seiner Kindheit gestützt, doch überwiege die freie Phantasie. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder das abgehalfterte Fahrrad, das der Vater aus dem Krieg mitgebracht hat und für den Sohn wieder auf Vordermann bringen möchte: „Vaters Rad“, das am Ende für den Jungen zum besten Rad wird, „das ich mir vorstellen konnte“. Verbunden sind diese „erfundenen Erinnerungen“ mit der damaligen besonderen politischen Situation des Saarlandes in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

 


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