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Leseprobe
2
aus dem Buch
Alles im grünen Bereich!
Die Schmerztherapie
(...)
Felix macht gerade eine Schmerztherapie.
Vor ein paar Wochen war er in seinem dusseligen Kopf über die Badewanne gestolpert und hatte sich dabei eine Rippe angeknackst.
"Kann auch sein, dass zwei Rippen gebrochen sind", erklärte er, „der Arzt ist sich selbst noch nicht sicher.“
"Meinst du nicht, dass deine Phantasie mal wieder mit dir durchgeht?", hatte Bärbel zu fragen gewagt. Sie könne nicht einmal einen blauen Fleck erkennen.
"Fehlt nur noch, dass du mir wieder mit diesem Hypo... Hypodingsbums..."
"... Hypochonder."
"... mit diesem Hypochonder kommst!", protestierte Felix und brach das Gespräch demonstrativ ab.
Das war vor ein paar Wochen und der Bruch müsste eigentlich längst verheilt sein. "Aber die Schmerzen!", klagt Felix, "die Schmerzen!" Sie seien schier unerträglich. Man mache sich ja keine Vorstellung von seinen Schmerzen. Seine Tochter bedauern ihn. Enkel Jan bedauert ihn. Selbst Bärbel bekundet inzwischen aufrichtiges Beileid. Aber es hilft nichts. So gut die Anteilnahme an seinem Schicksal auch gemeint sein möge, niemand könne ermessen, was er seit Wochen erleide. "... still!", betont Felix, "was ich still erleide! Niemand macht sich eine Vorstellung davon! - Von wegen Hypochonder!"
Nun macht er Akupunktur. Mit spitzen, schmerzhaften Nadeln! Sie seien spitzer und schmerzhafter, als alle Nadeln, die der Therapeut normalerweise benutze. "Vor allem deine gütige Oma," sagt Opa Felix zu Enkel Jan, "aber auch deine Mama und alle anderen Frauen dieser Welt können Gott auf Knien danken, wenn ihnen diese Marterwerkzeuge erspart bleiben!" Es seien die spitzesten, schmerzhaftesten Nadeln, die man sich überhaupt denken könne! Jede einzelne müsse man sich als Lanze vorstellen, erklärt Felix, „wie eine Landsknechtlanze aus dem Dreißigjährigen Krieg!“
(...)
Copyright © Klaus Schwingel
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