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Leseprobe
01 aus
Vaters Rad
Eine saarländische Kindheit 1945 - 1956
Der verlorene Schuh
(...)
Der Fünfjährige stand gebannt von dem ungewöhnlichen Schauspiel und starrte mit großen, staunenden Augen in das aufblitzende Mündungsfeuer der fliegenden Maschinengewehre. Er war noch zu unerfahren, die tödliche Gefahr zu erkennen und versuchte instinktiv den Lärm abzuwehren, indem er die kleinen Hände an die Ohren hielt. Doch seine Mutter hatte ihn bereits am Arm gepackt und zog ihn von der Stelle, an der er gerade noch wie angewurzelt gestanden hatte. Ulli stolperte und fiel. Aber seine Mutter ließ nicht los, sie zwang ihn, zog ihn, schleifte ihn über die unwegsamen Schollen. Rennend, stolpernd, schreiend erreichten sie den rettenden Wald, bevor die beiden heulenden Tiefflieger zurückkehrten.
Copyright © Klaus Schwingel
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